Das vegetative Nervensystem

Der Berliner Schliack-Schüler Hans Schiffter schreibt in seinem 1985 erschienenen Lehrbuch „Neurologie des vegetativen Systems“: „Es gibt schlechthin keine Krankheit oder auch nur Unpässlichkeit, bei der nicht vegetative Regulations- oder Innervationsstörungen eine Rolle spielen.“ (48)

Schiffter definiert „vegetatives System“ als die Gesamtheit aller Organe und Gewebe, die von vegetativen Efferenzen innerviert werden. Das vegetative Nervensystem hat die Aufgabe, die relative und eng begrenzte Autonomie der Körperzellen zweckmäßig und anpassungsfähig zu koordinieren, d. h. gemeinsam mit dem endokrinen System die Homöostase des Organismus aufrechtzuerhalten.

Dieses vegetative System, bestehend aus den beiden „Zügeln“ Sympathikus und Parasympathikus, ist ein hochvernetztes biokybernetisch arbeitendes Regulationssystem. Es kommt seiner Aufgabe der Homöostaseerhaltung dadurch nach, dass es in sogenannten Regelkreisen jeweils die aktuellen Ist-Werte der Organfunktionen den biologisch erforderlichen, quasi einprogrammierten Soll-Werten angleicht, und zwar mit Hilfe von Impulssteigerung oder Impulsdämpfung.

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