Procain

Procain wurde 1904 als Lokalanästhetikum von Einhorn synthetisiert. Der Begriff Lokalanästhetikum in Zusammenhang mit der Anwendung von Procain in der Neuraltherapie ist heute allerdings irreführend: Procain als Lokalanästhetikum ist seit Jahrzehnten in der Anästhesie verlassen worden. Procain besitzt zwar tatsächlich nach wie vor “örtlich schmerzbefreiende“ Wirkqualitäten, seinen Einsatz in der Neuraltherapie verdankt es dieser lokalanästhetischen Eigenschaft aber nicht.

Wie bei jedem Pharmakon gibt es auch für diese „Lokalanästhetika“ genannte Stoffgruppe weitere Wirkqualitäten, die man, je nach Blickwinkel, in Haupt- und Nebenwirkungen zu gliedern pflegt. Für den Neuraltherapeuten nach Huneke stellt sich die lokalanästhetische Wirkung auf die sensiblen Nervenfasern eher als eine – nicht unerwünschte – Nebenwirkung dar. Die gesuchten Hauptwirkungen sind die Wirkung auf die Strukturen des vegetativen Nervensystems sowie die sogenannte endoanästhetische Wirkung nach Zipf (s. u.), die antiinflammatorische Teilwirkung und schließlich die perfusionssteigernde Wirkqualität.

Mit den verschiedenen Wirkqualitäten von Procain verhält es sich wie mit dem ursprünglich rein als Antibiotikum entwickelten Cyclosporin A mit starker immunsuppressiver Partialwirkung: Die einen nennen es Immunsuppressivum, die anderen nennen es Antibiotikum, je nach therapeutischer Zielsetzung.

Es ist also nicht die lokalanästhetische Eigenschaft von Procain, auf die es uns in der Neuraltherapie nach Huneke ankommt, sondern vor allem dessen sympathikolytische Wirksamkeit und zusätzlich seine antiinflammatorische sowie seine perfusionssteigernde Substanzeigenschaft (17). Letztere fehlt bei den amidstrukturierten Lokalanästhetika.

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