Schlusswort Hahn-Godeffroy

Individualmedizin

So wie es nicht zwei identische Menschen gibt auf diesem Planeten, sondern Milliarden von unterschiedlichen Einzelindividuen, so hat auch jedes dieser Einzelindividuen seine individuelle Erkrankung, und den individuellen Schlüssel zu deren Heilung zu suchen ist die Aufgabe des Arztes.

Die Heilkunst des Arztes

„Was ist das schwerste von allem? Was Dir das leichteste dünkt, mit den Augen zu sehen, was vor den Augen liegt!“

Dieses Goethe-Wort stellte Ferdinand Huneke an das Ende seines Buches „Krankheit und Heilung anders gesehen“ (25).

Die Genauigkeit ihrer Krankenbeobachtungen, die Genauigkeit ihrer Zwischenanamnesen, ihr therapeutischer Einfallsreichtum, schlicht: ihre Heilkunst stellten das Geheimnis der Therapieerfolge von Ferdinand und Walter Huneke dar.

Persönliches Schlusswort

Ärzte wie die Gebrüder Huneke, aber auch Ärzte wie der weltbekannte Bostoner Kardiologe Lown mit seinem eindruckvollen Werk „Die verlorene Kunst des Heilens“ (Stuttgart 2003), Ärzte wie mein ganz früher Lehrer Frhr. v. Kress in Berlin oder mein verehrter Praxisvorgänger Rudolf v. Scheel müssen auch zukünftig im Mittelpunkt der Krankenbehandlung stehen – Ärzte eben, nicht Träger staatlicher Richtlinien-Medizin, nicht die papierärztlichen Redakteure der Leitlinien-Listen und der evidence-based-medicine-Vorschriften. Auch sie werden eines Tages krank sein, gar sterbenskrank und werden ihre Hybris ablegen und sich nach einem Arzt sehnen, nicht nach einem Mediziner.


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